Jäger

 

Interview mit Hans-Joachim Schick

„Waffen sind für uns Jäger notwendiges Handwerkszeug“

Interview mit dem Vorsitzenden des Interessenverbandes der

Auslandsjäger e.V. (IVA), Hans-Joachim Schick. Lesen Sie hier....

 

Wichtige Regelungen beim Umgang von Waffen und Munition durch Jäger

Mit Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes am 01. April 2003, welches zuletzt am 01. April 2008 geändert wurde, gab es gerade für Jagdscheininhaber einige grundlegende Änderungen.

 

Da es noch immer verstärkten Informationsbedarf zum Thema Führen bzw. Transport von Waffen und Munition, gerade durch Jagdscheininhaber gibt, wollen wir hier auf die aktuellen Regelungen des Waffengesetzes eingehen.

 

Erwerb von Waffen und Munition durch Jagdscheininhaber

Inhaber eines gültigen Jahresjagdscheins sind zum Erwerb von Jagdlangwaffen berechtigt (d.h. Gesamtlänge der Waffe min. 60cm, Lauf und Verschluss im geschlossenem Zustand min. 30cm).

 

Für Jagdscheininhaber genügt der gültige Jahresjagdschein als Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von bis zu 2 Kurzwaffen, für die aber ein Voreintrag erforderlich ist.

 

Langwaffenmunition kann weiterhin unter Vorlage des gültigen Jahresjagdscheins erworben werden.

Für Kurzwaffenmunition wird eine Erwerbsberechtigung, in Form eines Eintrages in der grünen WBK, benötigt.

 

Waffenerwerb durch Jagdscheinanwärter und Jugendjagdscheininhaber

Die Altersgrenze für den Erwerb von Schusswaffen wurde von 16 auf 18 Jahre erhöht. Jugendliche, auch Inhaber eines Jugendjagdscheines, dürfen dauerhaft keine Waffen erwerben. Sie dürfen jedoch Jagdlangwaffen während der Ausübung der Jagd oder während des Trainings im jagdlichen Schießen erwerben, besitzen oder ohne besondere Erlaubnis führen.

 

Dabei dürfen sie die Jagdlangwaffe von einem Berechtigten für die Zeit der Jagdausübung leihen, dazu ist ein Leihschein zu erstellen, vgl. §12 WaffG.

Dabei gilt, dass der gültige Jugendjagdschein, eventuell mit Begehungsschein, der Leihschein sowie der Bundespersonalausweis mitzuführen sind.

 

Jagdscheinanwärter dürfen ebenfalls während der Ausbildung, unter Aufsicht eines Ausbilders, Jagdwaffen erwerben, besitzen und damit schießen.

 

Anzeige des Waffenerwerbs durch Jagdscheininhaber

Erworbene Waffen sind innerhalb von 14 Tagen zur Eintragung bei der Behörde zu melden. Alle Waffen von Jägern werden weiterhin durch die zuständige Behörde auf der grünen WBK eingetragen.

 

Der Munitionserwerb muss nicht der Behörde gemeldet werden.

 

Führen von Waffen und Munition während der befugten Jagdausübung

Die befugte Jagdausübung umfasst neben der eigentlichen Jagdausübung auch Ein- und Anschießen, die Ausbildung von Jagdhunden und den Jagd- und Forstschutz. Während dieser Tätigkeiten darf die Schusswaffe schuss- und zugriffsbereit geführt werden. Es darf sich also Munition in der Waffe befinden und die Waffe darf fertig geladen sein.

 

Zu beachten ist jedoch die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (UVV), wonach Schusswaffen nur während der tatsächlichen Jagdausübung geladen sein dürfen (§3 Abs. 1 UVV Jagd).

 

Beim Besteigen von Fahrzeugen und während der Fahrt müssen alle Schusswaffen entladen sein, also keinerlei Munition in der Waffe (auch nicht unterladen) oder in einem in der Waffe eingeführten Magazin. Beim Besteigen oder Verlassen eines Hochsitzes, beim Überwinden von Hindernissen oder ähnlichen Gefahrenlagen müssen die Läufe (Patronenlager) entladen sein (§3 Abs. 3 UVV Jagd). Auch ist in Deutschland die Jagd aus Kraftfahrzeugen gem. Bundesjagdgesetz verboten. Somit dürfte nun unmissverständlich aufgezeigt sein, dass alle Schusswaffen des Jägers sich nur entladen im Fahrzeug befinden dürfen. Dabei gilt, dass der gültige Jahresjagdschein, eventuell mit Begehungsschein, die WBK, in der die entsprechende Waffe eingetragen ist, sowie der Bundespersonalausweis mitzuführen sind.

 

Das Führen von Munition ist im Waffengesetz nicht reglementiert und somit ohne Einschränkungen möglich.

 

Führen von Schusswaffen auf dem Weg zum Revier

Auf dem direkten Weg von und zum Revier und im Zusammenhang damit oder beim Schüsseltreiben nach der Jagd, darf der Jagdscheininhaber seine Jagdwaffen zugriffsbereit führen. Der Jagdscheininhaber darf also während der Fahrt ins Revier die Jagdwaffe offen (ohne Futteral) auf den Rücksitz legen und ggf. eine jagdlich genutzte Kurzwaffe zugriffsbereit im Holster tragen. Eine Kilometerbegrenzung, wie in letzter Zeit häufiger zu hören war, gibt es im Gesetz nicht, solange ein klarer Zusammenhang mit der Jagd besteht.

 

Dabei gilt, dass der gültige Jahresjagdschein, eventuell mit Begehungsschein, die WBK in der die entsprechende Waffe eingetragen ist sowie der Bundespersonalausweis mitzuführen sind.

 

Führen von Schusswaffen auf dem Weg zum Schießstand oder zum Büchsenmacher

Auf dem Weg zum Schießstand oder zum Büchsenmacher gilt auch für Jäger, dass Schusswaffen nur in einem nicht zugriffsbereiten und nicht schussbereiten Zustand transportiert werden dürfen. Der Transport muss mit dem Bedürfnis des Jägers im Zusammenhang stehen, also dem jagdlichen Trainingsschiessen, bzw. der Waffeninstandsetzung.

 

Zur Begriffsdefinition „zugriffsbereit“/„schussbereit“ verweisen wir auf den Artikel „Transport von Sammlerwaffen“ im Waffenfreund 4/2008 S.4 ff.

 

Dabei gilt, dass die WBK in der die entsprechende Waffe eingetragen ist sowie der Bundespersonalausweis mitzuführen sind.

 

Führen von Hirschfängern, Jagdmessern etc. durch Jagdscheininhaber

Seit 01.04.2008 gilt, dass Messer, deren Klinge mit einer Hand geöffnet werden können, sog. Einhandmesser, unabhängig von deren Klingenlänge nicht mehr ohne sog. sozial adäquaten Zweck zugriffbereit geführt werden dürfen. Diese Messer müssen, ebenso wie Messer mit feststehenden Klingen über 12cm Gesamtlänge in einem verschlossenen Behältnis befördert werfen. Hierunter fallen auch Hirschfänger, Waidblatt, Saufeder oder andere Blankwaffen mit mehr als 12cm Klingenlänge, die zur Jagd genutzt werden.

 

Jagdausübung gilt als sozial adäquater Zweck. Somit darf während der Jagd sowie auf dem Weg zur Jagd bzw. dem Schüsseltreiben die Blankwaffe zugriffbereit geführt werden. Jedoch ist zu beachten, auch diese Blankwaffen nach Beendigung der Jagd wieder sicher zu verwahren und nicht im Kfz zu belassen.

 

Autor: Mario Burg, VdW-Sachverständiger