Jäger

 

Aufbewahrung der Jagdwaffen

Aufbewahrung der Jagdwaffen

Mit Änderung des Waffengesetzes im Sommer 2017 wurden die Aufbewahrungsregeln für Waffen geändert: Schränke der Stufen A und B (nach VDMA) sind nun beim Neukauf für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Waffen unzulässig, also nicht mehr erlaubt. Für bereits registrierte A- und B-Schränke gilt allerdings ein (derzeit unbeschränkter) Bestandsschutz. Waffenschränke der Klassen A und B gemäß VDMA 24992 dürfen allerdings nicht von Erben zur Waffenaufbewahrung weiterverwendet werden. Neue Schränke müssen ab sofort mindestens die Stufe 0 aufweisen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1, Widerstandsgrad 0, entspricht. Waffen und Munition müssen nicht getrennt aufbewahrt werden. Waffen dürfen nur ungeladen gelagert werden.

 

Hinsichtlich der Waffenzahl gilt: Ab 200 Kilogramm Gewicht dürfen in einem Schrank der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen sowie bis zu 10 Kurzwaffen und Munition gelagert werden. Unter 200 Kilogramm Gewicht dürfen im Waffenschrank der Klasse 0 gemäß DIN/ EN 1143-1 unbegrenzt Langwaffen und bis zu 5 Kurzwaffen gelagert werden, ebenso Munition. In einem Schrank der Klasse I und höher dürfen regelmäßig eine unbegrenzte Anzahl an Kurz- und Langwaffen gelagert werden. Nichts geändert hat sich für die unbewohnte Jagdhütte: In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen maximal drei Langwaffen, zu deren Erwerb und Besitz es einer Erlaubnis bedarf, aufbewahrt werden. Die Aufbewahrung darf nur in einem mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entsprechenden Sicherheitsbehältnis erfolgen, sofern die zuständige Behörde keine Ausnahmegenehmigung erteilt.

 

 

Wichtige Regelungen beim Umgang von Waffen und Munition durch Jäger

Da es in Jägerkreisen weiterhin verstärkten Informationsbedarf zum Thema Führen bzw. Transport von Waffen und Munition gibt, gehen wir im Folgenden auf diese Thematik ein:

 

 

Führen von Waffen und Munition während der befugten Jagdausübung

Die befugte Jagdausübung umfasst neben der eigentlichen Jagdausübung auch Ein- und Anschießen, die Ausbildung von Jagdhunden und den Jagd- und Forstschutz. Während dieser Tätigkeiten darf die Schusswaffe schuss- und zugriffsbereit geführt werden. Es darf sich also Munition in der Waffe befinden und die Waffe darf fertig geladen sein.

 

Zu beachten ist jedoch die Unfallverhütungsvorschrift Jagd (UVV), wonach Schusswaffen nur während der tatsächlichen Jagdausübung geladen sein dürfen (§3 Abs. 1 UVV Jagd).

 

Beim Besteigen von Fahrzeugen und während der Fahrt müssen alle Schusswaffen entladen sein, also keinerlei Munition in der Waffe (auch nicht unterladen) oder in einem in der Waffe eingeführten Magazin. Beim Besteigen oder Verlassen eines Hochsitzes, beim Überwinden von Hindernissen oder ähnlichen Gefahrenlagen müssen die Läufe (Patronenlager) entladen sein (§3 Abs. 3 UVV Jagd). Auch ist in Deutschland die Jagd aus Kraftfahrzeugen gem. Bundesjagdgesetz verboten. Somit dürfte nun unmissverständlich aufgezeigt sein, dass alle Schusswaffen des Jägers sich nur entladen im Fahrzeug befinden dürfen. Dabei gilt, dass der gültige Jahresjagdschein, eventuell mit Begehungsschein, die WBK, in der die entsprechende Waffe eingetragen ist, sowie der Bundespersonalausweis mitzuführen sind.

 

Das Führen von Munition ist im Waffengesetz nicht reglementiert und somit ohne Einschränkungen möglich.

 

Führen von Schusswaffen auf dem Weg zum Revier

Auf dem direkten Weg von und zum Revier und im Zusammenhang damit oder beim Schüsseltreiben nach der Jagd, darf der Jagdscheininhaber seine Jagdwaffen zugriffsbereit führen. Der Jagdscheininhaber darf also während der Fahrt ins Revier die Jagdwaffe offen (ohne Futteral) auf den Rücksitz legen und ggf. eine jagdlich genutzte Kurzwaffe zugriffsbereit im Holster tragen. Eine Kilometerbegrenzung, wie in letzter Zeit häufiger zu hören war, gibt es im Gesetz nicht, solange ein klarer Zusammenhang mit der Jagd besteht.

 

Dabei gilt, dass der gültige Jahresjagdschein, eventuell mit Begehungsschein, die WBK in der die entsprechende Waffe eingetragen ist sowie der Bundespersonalausweis mitzuführen sind.

 

Führen von Schusswaffen auf dem Weg zum Schießstand oder zum Büchsenmacher

Auf dem Weg zum Schießstand oder zum Büchsenmacher gilt auch für Jäger, dass Schusswaffen nur in einem nicht zugriffsbereiten und nicht schussbereiten Zustand transportiert werden dürfen. Der Transport muss mit dem Bedürfnis des Jägers im Zusammenhang stehen, also dem jagdlichen Trainingsschiessen, bzw. der Waffeninstandsetzung.

 

Zur Begriffsdefinition „zugriffsbereit“/„schussbereit“ verweisen wir auf den Artikel „Transport von Sammlerwaffen“ im Waffenfreund 4/2008 S.4 ff.

 

Dabei gilt, dass die WBK in der die entsprechende Waffe eingetragen ist sowie der Bundespersonalausweis mitzuführen sind.

 

Führen von Hirschfängern, Jagdmessern etc. durch Jagdscheininhaber

Seit 01.04.2008 gilt, dass Messer, deren Klinge mit einer Hand geöffnet werden können, sog. Einhandmesser, unabhängig von deren Klingenlänge nicht mehr ohne sog. sozial adäquaten Zweck zugriffbereit geführt werden dürfen. Diese Messer müssen, ebenso wie Messer mit feststehenden Klingen über 12cm Gesamtlänge in einem verschlossenen Behältnis befördert werfen. Hierunter fallen auch Hirschfänger, Waidblatt, Saufeder oder andere Blankwaffen mit mehr als 12cm Klingenlänge, die zur Jagd genutzt werden.

 

Jagdausübung gilt als sozial adäquater Zweck. Somit darf während der Jagd sowie auf dem Weg zur Jagd bzw. dem Schüsseltreiben die Blankwaffe zugriffbereit geführt werden. Jedoch ist zu beachten, auch diese Blankwaffen nach Beendigung der Jagd wieder sicher zu verwahren und nicht im Kfz zu belassen.

 

Autor: Mario Burg, VdW-Sachverständiger

geändert:  12.06.18

 

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